Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte...

(Eduard Mörike)

Er ist's - Frühling, ja du bist's!

Frühling lässt sein blaues Band...

Schönes und bekanntes Frühlingsgedicht des Lyrikers Eduard Mörike in Deutsch und Englisch mit kurzer Interpretation von Monika Minder.

Er ist's

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süsse, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harventon!

Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike, 1804-1875, deutscher Lyriker)

Quelle: Er ist's Wikipedia

Englische Version

von Detlev Wilhelm Klee

It's him

Loops lets flutter spring so blue,
flutter freshly through the skies;
odor-sweets from earth arise,
memories of yore so true.
Violets by now in dreams,
wanting soon to come.
– Hark, sounds far a harp so gently beams!
Spring, hence there thou art!
Yet I've heard thee hum!

(© in der Übersetzung von Detlev Wilhelm Klee, Frankfurt am Main, 21. März 2018)

Gedicht hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Detlev Wilhelm Klee, www.luxautumnalis.de

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Kurz-Interpretation

von Monika Minder

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte... ist die populärste Zeile des schönen und bekannten Frühlingsgedichtes von Eduard Mörike. Der deutsche Lyriker soll es 1829 geschrieben haben.

Die Aussage des Gedichtes scheint schlicht und für alle gut nachvollziehbar. Freude und Erleichterung. Er kommt, der Frühling, endlich ist er da. Eine Naturerfahrung, die wir ähnlich auch schon erlebt und gefühlt haben.

Der erste milde Tag nach dem langen Winter, der Himmel ist blau, die Luft riecht leicht, die Schneeglöckchen bimbeln, die Gedanken werden frei und freier... . Wir kommen ins Schwärmen, wie das Veilchen, das noch im Winterschlaf liegt und hoffnungsvoll von Liebe träumt.

Denn davon erzählt der Frühling, davon erzählt das Gedicht von Mörike. Von Freude, Hoffnung und Liebe. Im Veilchen kann der Wunsch auf eine neue Liebe oder nach einer bereits bestehenden Liebe verborgen sein. Im Harfenton die Sehnsucht nach Berührung und Zärtlichkeit.

Ob das Gedicht von Mörike ein reines Naturerlebnis spiegelt oder tiefe Liebesgefühle ebenso eine Rolle spielen, können wir anhand seiner Biografie nur ahnen.

Beginnen wir mit der Überschrift. Sie lautet nicht, wie oft angenommen wird: "Frühling lässt sein blaues Band", sondern: "Er ist's". ER ist es, er, der Frühling. Wir spüren die Bestimmtheit. Er ist es tatsächlich, da gibt es keinen Zweifel mehr. Natürlich gibt es keinen Zweifel. Der Frühling kam noch immer. Auf ihn ist Verlass.

Die Überschrift ist allerdings nicht ohne, nicht einfach eine Überschrift, sondern Teil des Gedichtes. Denn wenn wir genau hinsehen, reimt sie sich mit Zeile acht: "Frühling, ja, du bist's!"

Folglich steht kein Vers ohne Reim da. Schon diese kleine Aufmerksamkeit gibt dem Gedicht eine besondere Note.

Er ist's - du bist's. Nach der Bestimmtheit kommt die Bestätigung, die Freude, die Erleichterung....

Ob Mörike mit dem blauen Band in Zeile eins wirklich den Himmel gemeint hat, wissen wir nicht. Uns scheint es naheliegend. Obwohl der Begriff flattern auch auf Fahnen hinweisen könnte oder auf Bänder.

Der Neubeginn der Jahreszeit wird nicht nur visuell erlebt, sondern mit allen Sinnen. Süsse wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land. Die Düfte sind süss und bekannt. Wir atmen tief durch, so riecht Frühling. Ahnungsvoll erhebt sich die Sehnsucht ins Unermessliche. Wir wissen, er kommt, er ist nur noch nicht ganz da. Er lässt uns noch Zeit. Zeit für Träume.

Zeit bis zur siebten Zeile: "Horch, von fern ein leiser Harfenton!" Es ist Zeit aus den Träumen zu erwachen und uns der Realität zu stellen. Der Harfenton bestätigt uns die Ankunft des Frühlings. Jetzt ist es gewiss. Er ist's. Dich hab ich vernommen. Das sehnsuchtsvolle Ahnen ist vorbei, der Frühling ist definitiv da.

Das Gedicht drückt auf wundersame Art und Weise aus, wie wir jedes Jahr wieder heimgesucht werden von diesen zärtlich aufgeregten Gefühlen. Wie einschneidend der Beginn des Frühlings doch immer wieder ist. Keine anderen Jahreszeitenübergänge sind so krass beladen mit Sehnsucht und Hoffnung, mit Ahnen und Wissen... Diese Stimmung sucht uns, findet uns. Die Geduld des Winters ist der Träger dieser sehnsuchtsvollen Erwartung, die am Schluss seine Erfüllung findet.

(© Monika Minder, 20. März 2018)

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