Kinder Lyrik
Kinderlyrik - Kinder Lyrik - lyrische Texte
Hier erhalten Sie schöne Kinderlyrik für den Unterricht oder zu Hause
Es ist ein Wohlklang in der Lyrik, man lerne früh und tunlichst
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Kinder-Lyrik von Heinrich Hoffmann
Die Geschichte vom fliegenden Robert
Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in Ihren Stuben. -
Robert aber dachte : Nein!
Das muss draußen herrlich sein! -
Und im Felde patschet er
Mit dem Regenschirm umher.
Hui wie pfeift der Sturm und keucht,
Dass der Baum sich niederbeugt!
Seht! Den Schirm erfasst der Wind,
Und der Robert fliegt geschwind
Durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.
Schirm und Robert fliegen dort
Durch die Wolken immer fort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
Ja, das weiß kein Mensch zu sagen.
- Heinrich Hoffmann 1809-1820, deutscher Lyrikier und
Kinderbuchautor
-
Kinder-Lyrik von Ringelnatz
Eine Feder
Ein Federchen flog durch das Land;
Ein Nilpferd schlummerte im Sand
Die Feder sprach: "Ich will es wecken!"
Sie liebte, andere zu necken.
Aufs Nilpferd setzte sich die Feder
Und streichelte sein dickes Leder.
Das Nilpferd sperrte auf den Rachen
Und musste ungeheuer lachen.
- Joachim Ringelnatz 1883-1934, deutscher Schriftsteller -
Kinder-Lyrik von Morgenstern
Vom Trinken
Sieh zu! Sieh zu!
Wie trinkt das Pferd?
Wie trinkt die Kuh?
Sie giessen das Wasser
nicht in den Schlund wie du.
Sie nehmen es ganz sachte,
ganz sachte
Sie nehmen es erst ganz sachte,
ganz vorn, ganz vorn in den Mund.
Da wird das kalte Wasser warm
und schadet nicht dem Kragen
und schadet nicht dem Magen
und schadet nicht dem Darm
Siehst du?
- Christian Morgenstern 1871-1914, deutscher Dichter
und Schriftsteller-
Kurze lyrische Gedichte
Es regnet
Es regnet schon wieder,
Giesst wie aus Kübeln.
Spann deinen kleinen Schirm auf
Oder geh ins Haus wieder
Gleich ist es vorüber.
- © Monika Minder -
Kurze Lyrik
Sanftmut
Viel sanfter noch als Sommerwind
ist dein Gesicht im Abendlicht.
Wir ruhen leicht im moosgen Grün
und warten auf das Frühlingsblühn.
- © Monika Minder -
Lyrik
Meeresglut
Es flüstert rings in sanfter Heiterkeit
Eine warme Meeresglut.
Kein Warten und kein Streit
Lassen meinen Blick von dieser Flut.
Mein Herz träumt vom Frieden
Von süssen Stimmen
Und vom Schmieden
Für immer.
- © Monika Minder -
Kinderlyrik
Das Kätzchen
Herr Muckel in das Gasthaus kommt,
Was selten uns besonders frommt.
Da just an seinem Alltagsplatz
Sitzt eine kleine schwarze Katz’.
Herr Muckel, wie das jeder tut,
Versorget Regenschirm und Hut;
Er hängt, und zwar nicht ohne Müh’,
An einen Nagel beide sie.
Dann streichelt er die schwarze Katz’,
Als wollt’ er sagen: „Mach’ mir Platz!
Doch sage mir, warum du just
Auf diesem Flecke sitzen mußt?“
Jetzt endlich mit dem Zeitungsblatt
Herr Muckel Platz gefunden hat.
Das muß ein lustig Lesen sein!
Herr Muckel schaut vergnüglich drein.
Indessen Muckel so vertieft
Die neu’sten Neuigkeiten prüft,
Naht sich ein Hund Herrn Muckels Platz,
Der dort entdeckt die schwarze Katz’.
Es knurrt der Hund, die Katz’ miaut,
Herr Muckel nach den beiden schaut;
Denn, wo sich zwei nicht recht vertragen,
Dabei zu sein – ist kein Behagen.
Nicht lang, von links und rechts herbei
Noch kommen jetzt der Hunde zwei
Was, wie Herrn Muckels Blick besagt,
Ihm ganz und gar nicht recht behagt.
Stets stärker wird nun das Gebrumm;
Besorgt schaut sich Herr Muckel um,
Ob ’s schwarze Katzerl sicher sei.
Da schleicht ein Dackel noch herbei.
Dem Katzerl unterm Tisch wird schwul,
Es flüchtet unter Muckels Stuhl,
Der, wie er drum sich auch bemüht,
Das schwarze Katzerl nicht mehr sieht.
Und zu den Hunden Muckel spricht:
„Geht ihr jetzt weiter oder nicht?
Sonst komm’ ich euch mit Schand und Schmipf!“
Schon sind’s jetzt glücklich ihrer fünf.
Doch die verdammte Hundebrut
Beginnt zu bellen laut vor Wut,
Weil sie das schwarze Katzerl sieht,
Wie es auf Muckels Rücken flieht.
Herr Muckel steigt auf Stuhl und Tisch:
„Wenn einen ich von euch erwisch’,
Der denkt wohl seiner Lebtag dran!“
So brüllt er laut die Hunde an.
Mit Zeitungsblatt und Parapluie
Schlägt los er auf das Hundevieh
Doch immer toller wird die Metten,
Das Katzerl sucht sich schlau zu retten.
Da! Krach! Zerbricht das Tischbein und
Nach allen Seiten flieh’n die Hund’.
Herr Muckel mit dem Rock am Nacken
Bleibt hängen erst an einem Haken;
Bald aber trägt der länger nicht
Das übermäßige Gewicht.
Herr Muckel schaut den Schaden an,
Das Kätzchen dankbar schleicht heran,
Weil es durch ihn gerettet war
Vor seiner schlimmen Feinde Schar.
Herr Muckel macht mit frohem Mut
Sich jetzt den Schaden wieder gut;
Flickt sich den Flaus in aller Ruh,
Und lachend schaut ihm alles zu.
- Franz Bonn 1830-1894, deutscher Schriftsteller,
humoristischer Dichter, Jurist und Politiker -
Das Kätzchen von Franz Bonn auf Wikisource mit
Zeichnungen von Lothar Meggendorfer.
Kinderlyrik, lyrische Texte in Gedichten, Reimen und Versen
Kinderlyrik, eine Form oder Gliederung, die ihren Ausdruck vor allem
in Kindergedichten, Kinderreimen, Kinderliedern und Kinderspielen
findet. Auch die Kinderverse gehören zur Lyrik. Fingerverse, Zahl-,
Buchstabier- und Schnellsprechverse.
Kinderlyrik ist wichtig in der Grundschule und natürlich als Bestandteil
des Deutschunterrichtes. Kinder-Lyrik kann aber auch gut in allen
anderen Fächern eingesetzt werden. Zum Beispiel als Einleitung oder
zur Heranführung an ein neues Thema.
Lesen Sie mehr zum Thema Kinderlyrik in der Grundschule im
Schule-Ratgeber. Ganz toll beschrieben am Beispiel "Apfeljahr
von Hermann Claudius".
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Bilderbuch für Kinder von Franz Bonn und
Lothar Meggendorfer auf Wikisource.
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