Wachtmeister Benno ging an diesem Tag ziemlich langsam in die Polizeistation seiner kleinen Heimatstadt...

Spürnase Benno

kurzer Kinderkrimi - Detektivgeschichte - Kurzkrimi

Jetzt wird es spannend, ein Banküberfall muss gelöst werden. Hier erhalten Sie eine spannende Kurzgeschichte für kleine und grosse Detektive. Diesen Kinderkrimi kann man online lesen oder als Pdf herunterladen, ausdrucken und vorlesen.

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Spürnase Benno

Wachtmeister Benno ging an diesem Tag...

... ziemlich langsam in die Polizeistation seiner kleinen Heimatstadt. Es war schon Nachmittag, aber er war immer noch oder vielleicht schon wieder müde. Silvester und Neujahr waren vorbei. Benno hatte gefeiert und wohl zu wenig geschlafen. Dieser Samstag war sein erster Arbeitstag im neuen Jahr. Lieber wäre er noch zu Hause geblieben und hätte das Wochenende mit seiner Familie verbracht. Aber als Polizist muss man eben auch am Wochenende arbeiten.

Mit wenig Begeisterung setzte sich Wachtmeister Benno an einen Computer, den ein älterer Kollege gerade verlassen hatte. Der hat es gut, der kann nach Hause gehen, dachte Benno, starrte auf den Bildschirm und hoffte auf einen ruhigen Arbeitstag.

Einmal klingelte das Telefon. Eine beunruhigte Frauenstimme meldete einen gesprengten Zigarettenautomaten. Benno fuhr mit einer Kollegin hin, sprach mit den Anwohnern und war froh, als er nach ungefähr einer Stunde wieder auf seinem Stuhl in der Polizeiwache saß. So langsam wurde es Zeit für die Kaffeepause, dachte Benno und wollte gerade aufstehen, als erneut das Telefon klingelte. Nicht schon wieder explodierte Zigaretten, ging es Benno durch den Kopf, als er den Hörer abnahm.

An der tiefen Stimme erkannte Wachtmeister Benno sofort seinen Freund Uwe. Er war Einsatzleiter bei der Feuerwehr und rief ihn direkt vom Parkplatz eines Supermarktes an. „Benno, du musst sofort mit ein paar Kollegen hierher zum Supermarkt „An der Mühle“ kommen. Es ist noch gar nicht klar, was hier genau passiert ist. Ihr müsst uns unterstützen!“ „Wir machen uns sofort auf den Weg, Uwe. In drei Minuten sind wir da, dann kannst du mir alles Weitere erzählen“, erwiderte Benno.  Bei den letzten Worten hatte er das Telefon schon wieder neben seine Computertastatur gelegt und war aufgestanden. „Alle Kollegen der Einsatzfahrzeuge eins und zwei sofort zum Einsatz“, rief Benno. „Wir fahren zum Supermarkt „An der Mühle“. Beeilt euch!“ Allen Beteiligten war klar, dass die Fahrt mit Blaulicht und Signalhorn erfolgen würde, denn es war keine Zeit, um an roten Ampeln zu warten. So sausten die zwei Polizeifahrzeuge den Berg hinunter, über eine Ampel, am Gebäude der Feuerwehr vorbei, bogen rechts ab, noch einmal über eine Ampel und weiter ins Tal bis zu der Kreuzung, an der sich der Supermarkt befand. Schon von da aus konnte man das Blinken der vielen Einsatzfahrzeuge auf dem Parkplatz sehen. Mehrere Krankenwagen und unterschiedlich große Fahrzeuge der Feuerwehr waren bereits da und blinkten um die Wette. Nun kamen noch zwei Polizeifahrzeuge dazu.

Dieses Blinken bei einbrechender Dunkelheit machte es schwer, sich einen Überblick zu verschaffen. Dennoch war Wachtmeister Benno schnell Herr der Lage und gab erste Anweisungen an seine Kollegen: „Parkplatz absperren! Nur noch Fahrzeuge wegfahren lassen, das Auffahren auf den Parkplatz für Privatfahrzeuge ist verboten! Parkdeck in der ersten Etage kontrollieren und ebenfalls räumen!“ Während seine Kollegen in alle Richtungen davonliefen, ging Benno zum Haupteingang und hoffte, dort seinen Freund Uwe, den Leiter dieses Einsatzes, zu treffen.

Kurz vor dem Eingang, die automatische Schiebetür hatte sich schon geöffnet, fiel Benno eine schwere Männerhand von hinten auf die Schulter. „Hallo Benno“, sagte die tiefe Stimme des Einsatzleiters, „das ging ja schnell!“ „Hallo Uwe! Was ist hier los?“, wollte Benno wissen. Uwe kam nicht dazu, diese Frage zu beantworten, denn es knackte in seinem Funkgerät und er hörte zu, was der Kollege zu ihm sagte. Benno hatte kein Wort verstanden, aber Uwe antwortete: „Wir sind schon auf dem Weg.“ In großen Schritten liefen sie den breiten Gang im Inneren des Gebäudes entlang. Dort kamen ihnen vier Sanitäter entgegen. Zwei von ihnen schoben je eine Trage auf Rädern mit Verletzten darauf. Wahrscheinlich weil Benno und Uwe so neugierig schauten, sagte einer der Sanitäter: „Nichts Schlimmes, nur vorsichtshalber.“ Damit waren sie auch schon vorüber.

Kunden waren schon längst keine mehr im Supermarkt, erfuhr Benno von Einsatzleiter Uwe. „Die wurden natürlich zuerst rausgeschickt“, sagte er zu Benno. Manche von ihnen hatten einfach ihre gefüllten Einkaufswagen vor der Kasse stehen gelassen, um schnell das Gebäude verlassen zu können.

Während Benno an den Kassen und Einkaufswagen vorüber eilte, stieg ihm ein komischer und scharfer Geruch in die Nase. Uwe bemerkte, dass Benno sein Gesicht verzog und sagte: „Ich habe schon alle Fenster und Türen öffnen lassen. Es sollte eigentlich besser werden.“ Es wurde aber nicht besser, im Gegenteil. Je weiter sie in das Innere der Verkaufsstelle kamen, umso schlimmer wurde der Geruch. Als sie in der Nähe der Gefriertruhen waren, kam ihnen ein Mann in Feuerwehruniform entgegen. „Es sind jetzt alle Fenster und Türen geöffnet, Chef“, sagte der junge Mann in Uniform zu Uwe. „Der Geruch scheint sich nicht zu verziehen. Außerdem ist noch weißer Qualm dazu gekommen.“


Alle drei senkten gleichzeitig ihre Köpfe und sahen, dass dicker, weißer Nebel um ihre Füße kroch. „So ein Mist!“, entfuhr es dem Einsatzleiter. „Auch das noch!“ „Ich habe eine Idee“, sagte Benno und ging weiter in Richtung Kühltruhen. Der Qualm wurde dichter und stieg auch ein bisschen weiter nach oben. Wachtmeister Benno hielt sich ein Taschentuch vor Nase und Mund und bückte sich. Uwe und der junge Mann in Uniform sahen sich fragend an, während Benno auf dem Boden des Marktes kniete. „Ich hab’s!“, sagte er, als er wieder aufstand und das Taschentuch vom Gesicht nahm. „Eine dieser Kühltruhen ist undicht. Es entweicht Kühlflüssigkeit. Die stinkt so jämmerlich und wenn sie sich mit Luft verbindet, dann wird es so weißer Qualm.“ Die anderen beiden Männer schauten Benno ungläubig an. „Das könnt ihr glauben.“, fügt Benno noch hinzu. „Ich war schon einmal bei so einem Einsatz dabei, als ich noch auf der Polizeischule war. Ich wusste doch gleich, dass mir dieser Gestank bekannt vorkommt.“

Uwe schickte seinen jungen Kollegen mit dieser erfreulichen Neuigkeit in das Büro der Marktleiterin. Sie wird dann sicher wissen, was zu tun ist.

Wachtmeister Benno und Einsatzleiter Uwe gingen wieder nach draußen und unterhielten sich noch eine Weile, während Feuerwehrmänner und Polizeibeamte immer noch geschäftig auf dem Parkplatz umherliefen. Wenn der letzte Krankenwagen weggefahren ist, würde sich auch das alles beruhigen. Zum Abschied klopfte Feuerwehrmann Uwe seinem Freund Benno noch einmal kräftig auf die Schulter und sagte: „Da können wir ja richtig froh sein, dass du in der Polizeischule so gut aufgepasst hast.“ Dabei zwinkerte er listig mit den Augen, so dass Benno sich nicht ganz sicher war, ob er das wirklich ernst meinte.

Als Benno und seine Kollegen wieder in die Wache kamen, rief einer der Beamten: „Schnell eine Tasse Kaffee für unsere Spürnase Benno!“ Die Polizisten lachten und waren froh, dass dieser Einsatz für alle Beteiligten so gut ausgegangen war.

(© geschrieben von Eckbert Schwarzenberger, 2021)

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