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Die kleine Biene

Schöne kurze Kindergeschichte zum Herunterladen, Ausdrucken und Vorlesen. Diese kurze Geschichte eignet sich für grosse und kleine Kinder wie für ältere Menschen, Senioren und Seniorinnen.

Die kleine Biene

Es war einmal eine kleine Biene. Diese Biene hiess Sonja.
Sonja war eine flinke und fleissige Biene. Da es gerade Frühling war und die Blümchen aus dem grünen Gras schossen, hatte die kleine Biene Sonja sehr viel zu tun. Sie musste von Blümchen zu Blümchen fliegen und den feinen Nektar einsammeln.

Aus diesem Nektar gibt es später den leckeren Honig.

Eines Tages, es war ein wunderschöner Frühlingsmorgen, surrte Sonja wieder durch die Lüfte. Sie war vergnügt und erfreute sich an dem schönen Wetter und den Düften, den Blumen und dem Wind. Sie surrte und sang: "alle Blümchen sind schon da... trari, trara, traritrara...".

Dann plötzlich, sie war gerade dabei ein schönes buntes und üppiges Blumenfeld anzufliegen, sah sie von oben, wie ein kleiner Junge auf den schönen Blumen herumtrampelte. Er riss sogar einige aus und warf sie zu Boden und trampelte auf ihnen herum. Dann lief er ins Feld hinein und trampelte wieder alles zu Boden und machte die schönen Blümchen kaputt.

Das tat der kleinen Biene Sonja aber jetzt sehr weh. Ihr Herz tat weh und sie konnte es nicht glauben, was sie sah. Ihre schönen Blümchen wurden einfach zertrampelt. Das geht doch nicht, oder!

Da musste sie sofort etwas tun. Sie flog direkt auf den Jungen zu, surrte emsig um seinen Kopf. Der Junge fuchtelte mit den Händen:

"Geh weg, du blödes Viehch!", sagte er mürrisch.

Aber die kleine Biene Sonja dachte gar nicht daran, sondern flog direkt auf die Nase des Jungen:

"Warum zertrampelst du die schönen Blumen?" fragte ihn Sonja so laut sie konnte. Dabei schaute sie ihm ganz fest in die Augen.

"Weisst du nicht, dass diese Blümchen für die Natur und uns Bienchen so wichtig sind? Bist du denn ein so dummer Junge?

Der Junge wurde stutzig und rollte die Augen.

"Wieso wichtig? Das sind doch blöde Blumen!", sagte er dann.

"Weisst du denn eigentlich nicht, woher der Honig kommt, den du auf dein Frühstücksbrot streichst?" fragte Sonja.

"Aus dem Supermarkt natürlich", rief der Junge, und er war sich seiner Sache ganz sicher.

Jetzt musste die Biene Sonja doch ein bisschen lächeln.

"Komm, setzt dich ins Gras! Ich erkläre es dir."

Der Junge setzte sich ins Gras und Sonja flog mit einem leichten Schwung auf ein übriggebliebenes Blümchen, das direkt vor dem Jungen aus dem zertrampten Gras ragte.

Sonja erklärte nun dem Jungen wie die Bienchen mit ihrem Rüssel den Nektar, diese süssen Stoffe, aus den Blümchen saugen und in ein Bienenhaus tragen. Die Bienchen geben dem Nektar ihre eigenen Säfte dazu, und das beginnt schon während sie nach Hause fliegen.

Im Bienenhaus geben die Bienchen den Nektar in Bienenwaben. Dort wird er eine ganze Weile bleiben damit er reifen kann. Solange bis er die schöne Farbe und die dicke Masse hat, die man so gut auf das Brot streichen kann.

Dann kommt der Bauer und nimmt die Waben und schleudert den Honig heraus. Das macht er mit einer Maschine. Und jetzt kann er diesen Honig in Gläser füllen und danach wird er in den Laden oder den Supermarkt gebracht, wo du ihn kaufen kannst.

Der Junge schaute zu Boden als Sonja mit dem Erzählen fertig war. Er fühlte sich nicht besonders wohl.

"Dann sind das ja gar keine blöden Blumen", murmelte er.

"Das sind ganz bestimmt keine blöden Blumen", sagte Sonja. "Ganz im Gegenteil, das sind nützliche Blumen. Für die Menschen und für uns Bienchen. Wir essen ja auch vom Nektar. Hätten wir ihn nicht, würden wir verhungern. Das sind also sehr sehr gute Blumen."

"Und jetzt, habe ja schon welche kaputt gemacht?", fragte der Junge leise.

Die kleine Biene hatte sich natürlich schon etwas überlegt, denn sie war ja auch eine kluge Biene.

"Ich habe eine Aufgabe für dich. Halte immer die Augen offen und wenn du jemanden siehst, der Blumen zertrampelt oder kaputt macht, dann gehst du zu ihm und erzählst ihm die Geschichte von den Bienen und dem Honig. Du weisst ja jetzt, wieso die Blümchen alle so wichtig sind."

"Ja!"

"Willst du das tun?"

"Ja, ich werde es tun und gut beobachten. Das werde ich."

"Bravo, klatschte die kleine Biene!" und surr surr, flog sie ihm noch einmal leicht um den Kopf und weg war sie. Irgendwo in den Lüften und am Blümchen suchen. Denn sie musste fleissig weiter arbeiten.

Der kleine Junge stand noch eine ganze Weile still da und schaute in den Himmel. Dann winkte er:

"Tschüss, tschüss, du kleine kluge Biene."

(© geschrieben von Monika Minder, 2012)


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